Nachlassvergleich 1. Begriff und historische Einordnung Der Nachlassvergleich ist ein heute nicht mehr geltendes Instrument des deutschen Insolvenz- und Erbrechts, das bis zum Inkrafttreten der Insolvenzordnung (InsO) am 1. Januar 1999 existierte. Er diente dazu, die Haftung des Erben für Nachlassverbindlichkeiten durch einen gerichtlich bestätigten Vergleich mit den Nachlassgläubigern zu begrenzen. Mit Einführung der InsO…
Gesamtvollstreckungsordnung (GVO) Definition und rechtshistorische Einordnung Die Gesamtvollstreckungsordnung (GVO) war das maßgebliche Insolvenz- und Vollstreckungsrecht in den neuen Bundesländern nach der deutschen Wiedervereinigung. Sie beruhte auf dem Insolvenzrecht der Deutsche Demokratische Republik, wurde jedoch durch den Einigungsvertrag angepasst und fortentwickelt. Die GVO galt vom 1. Juli 1990 bis zum 31. Dezember 1998 und wurde mit…
Außergerichtlicher Vergleich Rechtssichere Schuldenbereinigung ohne Insolvenz – Chancen, Grenzen & Haftungsfallen Inhaltsverzeichnis Begriff und Definition des außergerichtlichen Vergleichs Ziel und wirtschaftliche Funktion Abgrenzung zu Insolvenzverfahren und gerichtlichen Vergleichen Rechtliche Einordnung: Vertragsrecht statt Insolvenzrecht Erlassvertrag (§ 397 BGB) und Stundungsabrede – Unterschiede Bindungswirkung: Warum Zustimmung jedes Gläubigers nötig ist Außergerichtlicher Vergleich bei Privatpersonen Außergerichtlicher Vergleich bei…
Gegenseitige Verträge Rechtsfolgen, Leistungsstörungen & Behandlung im Insolvenzverfahren – vollständig erklärt Inhaltsverzeichnis Begriff und Bedeutung gegenseitiger Verträge Systematik gegenseitiger Verträge im deutschen Zivilrecht Abgrenzung zu einseitigen und unvollkommen zweiseitigen Verträgen Zurückbehaltungsrecht bei gegenseitigen Verträgen 4.1 Zug-um-Zug-Leistung (§ 320 BGB) 4.2 Vorleistungspflicht und Gefährdungseinrede (§ 321 BGB) 4.3 Prozessuale Durchsetzung (§ 322 BGB) Leistungsstörungen bei gegenseitigen…
Eigennütziges Treuhandverhältnis Rechtsnatur, Vollstreckung, Insolvenz, Absonderung & Haftungsrisiken 1. Begriff und rechtliche Einordnung des eigennützigen Treuhandverhältnisses Das eigennützige Treuhandverhältnis ist eine besondere Form der Treuhand, bei der die Treuhandschaft nicht primär im Interesse des Treugebers, sondern im eigenen wirtschaftlichen Interesse des Treuhänders (Treunehmers) begründet wird. Typische Erscheinungsformen sind insbesondere: Sicherungsübereignung Sicherungsabtretung (Sicherungszession) Sicherungsübertragung sonstiger Rechte…
Illiquidität – Definition, Arten, Abgrenzung, Insolvenzrisiken & Geschäftsführerhaftung (Ultra-Wiki) Kurzdefinition Illiquidität bezeichnet den Zustand, in dem die verfügbaren liquiden Mittel und kurzfristig liquidierbaren Vermögenswerte eines Unternehmens nicht ausreichen, um die fälligen Zahlungsverpflichtungen – einschließlich des laufenden Kapitaldienstes – fristgerecht zu erfüllen. Illiquidität ist kein Bilanzzustand, sondern ein zahlungsbezogener Liquiditätszustand. 1. Begriff und rechtssystematische Einordnung der…
Haftsumme – Bedeutung, Rechtsgrundlagen, Systematik und Haftungsfolgen im Insolvenzrecht 1. Überblick: Was bedeutet „Haftsumme“? Der Begriff Haftsumme bezeichnet im deutschen Recht einen gesetzlich definierten Haftungsbetrag, bis zu dessen Höhe ein Beteiligter für Verbindlichkeiten einer Organisation oder Gesellschaft einzustehen hat. Es handelt sich dabei nicht um einen umgangssprachlichen Begriff, sondern um einen terminus technicus, dessen Kernanwendungsbereich…
Sonderbilanzen – Definition, Arten, rechtliche Bedeutung & steuerliche Behandlung 1. Begriff und Einordnung der Sonderbilanz Sonderbilanzen (auch: Spezialbilanzen) sind Bilanzen, die nicht regelmäßig im Rahmen des Jahresabschlusses, sondern aus einem besonderen Anlass erstellt werden. Sie dienen nicht primär der periodischen Erfolgsermittlung, sondern der Darstellung bestimmter Vermögens-, Finanz- oder Schuldenlagen zu einem Stichtag, häufig mit hoher…
Sachsicherheit Begriff, Bedeutung, Arten und insolvenzrechtliche Durchsetzung Inhaltsverzeichnis Einordnung und Definition der Sachsicherheit Abgrenzung: Sachsicherheit vs. Personensicherheit Dogmatische Grundlagen der Sachsicherheit Wesen des dinglichen Sicherungsrechts Absolute Wirkung der Sachsicherheit Sachsicherheit im Insolvenzverfahren Absonderungsrechte nach der InsO Werthaltigkeit als Qualitätsmerkmal der Sachsicherheit Verwertbarkeit und Verwertungsrisiken Überblick über die Formen der Sachsicherheit Pfandrechte an beweglichen Sachen Pfandrechte…
Uneigennützige Treuhandverhältnisse Definition, rechtliche Einordnung, Insolvenz- und Vollstreckungsfolgen 1. Begriff und Grundverständnis der uneigennützigen Treuhand 1.1 Allgemeine Definition Uneigennützige Treuhandverhältnisse sind Treuhandverhältnisse, die ausschließlich oder überwiegend im Interesse des Treugebers begründet werden. Der Treuhänder hält dabei ein bestimmtes Vermögensgut (das sogenannte Treugut) nicht zur eigenen wirtschaftlichen Nutzung, sondern zur Verwaltung, Sicherung oder Durchsetzung fremder Interessen….