Nachfolgend findest du eine Strafrechts-Notfall-Checkliste für Geschäftsführer im Kontext Insolvenz, Eigenverwaltung & Ermittlungen.

Strafrechts-Notfall-Checkliste für Geschäftsführer

Was tun bei drohender Insolvenz, Ermittlungen oder Behördenkontakt?

PHASE 1: Erste Warnsignale – JETZT handeln

Sobald einer der folgenden Punkte zutrifft, beginnt die strafrechtliche Gefahrenzone:

☐ Löhne oder Sozialversicherungsbeiträge können nicht pünktlich gezahlt werden
☐ Steuern (v. a. Lohnsteuer, Umsatzsteuer) bleiben offen
☐ Liquiditätslücken über mehr als 3 Wochen
☐ Banken kündigen Kreditlinien
☐ Gläubiger drohen mit Zwangsvollstreckung
☐ Buchhaltung ist unvollständig oder verzögert

Regel: Nicht abwarten – sofort reagieren.

PHASE 2: Sofortmaßnahmen zur Strafvermeidung

1. Keine Aussagen ohne anwaltliche Beratung

  • Keine spontanen Erklärungen
  • Keine Rechtfertigungen per E-Mail
  • Keine „klare Stellungnahme“ aus dem Bauch heraus

☐ Aussage verweigert
☐ Anwalt informiert

Strafrechts-Notfall-Checkliste für Geschäftsführer

Strafrechts-Notfall-Checkliste für Geschäftsführer

2. Zahlungsverkehr kontrollieren

  • Keine selektiven Zahlungen an einzelne Gläubiger
  • Keine Rückzahlungen an Gesellschafter
  • Keine ungewöhnlichen Bargeldbewegungen

☐ Zahlungsstopp geprüft
☐ Zahlungsfreigaben dokumentiert

3. Sozialabgaben & Lohnsteuer priorisieren

Diese Bereiche haben höchste strafrechtliche Relevanz:

☐ Sozialversicherungsbeiträge geprüft
☐ Lohnsteuerstatus geklärt
☐ Rückstände dokumentiert

PHASE 3: Dokumentation als wichtigste Verteidigung

Diese Unterlagen sofort sichern

☐ Aktueller Liquiditätsstatus (täglich!)
☐ Offene Forderungen & Verbindlichkeiten
☐ Kontoauszüge der letzten 12 Monate
☐ Buchhaltungsunterlagen
☐ Verträge, Darlehen, Sicherheiten
☐ Geschäftsführungsbeschlüsse

Merksatz:

Was nicht dokumentiert ist, gilt strafrechtlich als nicht passiert.

E-Mail-Disziplin

  • Keine emotionalen Formulierungen
  • Keine Schuldzuweisungen
  • Keine Prognosen ohne Grundlage

☐ Interne Kommunikation angepasst

PHASE 4: Behörden & Ermittlungen

Bei Kontakt durch Staatsanwaltschaft oder Polizei

☐ Keine Aussagen ohne Anwalt
☐ Keine Unterlagen freiwillig herausgeben
☐ Fristen notieren
☐ Verteidigungsstrategie abstimmen

Wichtig:
Eine Vorladung als Beschuldigter muss nicht befolgt werden.

Bei Kontakt durch Insolvenzgericht oder Sachwalter

☐ Kooperation sachlich & strukturiert
☐ Alle Angaben belegbar
☐ Keine Vermutungen äußern

PHASE 5: Strategische Absicherung

Präventive Schritte

☐ Insolvenzreife prüfen lassen
☐ Eigenverwaltung / Schutzschirm prüfen
☐ Zahlungsrichtlinien festlegen
☐ Haftungsrisiken analysieren

Persönliche Absicherung

☐ D&O-Versicherung geprüft
☐ Deckung bei Insolvenz geklärt
☐ Selbstbeteiligung bekannt

ABSOLUTE NO-GO-LISTE (strafrechtlich kritisch)

  • Weiterzahlen „um Zeit zu gewinnen“
  • Einzelne Gläubiger bevorzugen
  • Sozialabgaben zurückhalten
  • Unterlagen nachträglich ändern
  • Aussagen ohne Beratung
  • Insolvenzantrag hinauszögern

Die 7 goldenen Strafrechts-Regeln

  1. Früh handeln
  2. Nichts aussagen ohne Anwalt
  3. Sozialabgaben priorisieren
  4. Zahlungen kontrollieren
  5. Alles dokumentieren
  6. Emotionen aus Kommunikation nehmen
  7. Eigenverwaltung rechtzeitig prüfen

Strafrechtliche Risiken entstehen nicht durch die Insolvenz, sondern durch falsches oder zu spätes Verhalten.

Wer frühzeitig strukturiert handelt, kann Ermittlungen oft vollständig vermeiden.

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