Gewinne brechen ein – Insolvenzrisiken steigen
Gewinne brechen ein, Jobs fallen weg – was die EY-Studie für Unternehmen, Geschäftsführer und Insolvenzrisiken wirklich bedeutet
Die wirtschaftliche Lage der deutschen Großunternehmen hat sich 2025 weiter verschärft. Was lange als temporäre Schwächephase abgetan wurde, verfestigt sich zunehmend zu einer strukturellen Krise. Die aktuelle Analyse der Beratungsfirma EY zu den 100 größten deutschen Konzernen zeigt in bemerkenswerter Klarheit: Gewinne sinken, Arbeitsplätze gehen verloren, ganze Branchen geraten unter Druck – und das nun bereits im dritten Jahr in Folge.
Für Unternehmer, Geschäftsführer und Vorstände sind diese Zahlen mehr als eine statistische Momentaufnahme. Sie sind ein Frühwarnsignal. Denn wo Erträge wegbrechen, Fixkosten aber bleiben, rücken Themen wie Liquiditätsengpässe, Überschuldung, Haftungsfragen und letztlich auch Insolvenzrisiken gefährlich nah.
Als bundesweit tätige Insolvenzrechtsanwälte erleben wir täglich, wie sich diese makroökonomischen Entwicklungen in konkreten Krisensituationen von Unternehmen niederschlagen – oft früher, als den Verantwortlichen lieb ist.
Die zentralen Ergebnisse der EY-Analyse – ein Überblick
Die Studie betrachtet die wirtschaftliche Entwicklung der 100 größten deutschen Unternehmen in den ersten neun Monaten des Jahres 2025. Die Kernergebnisse sind alarmierend:
- 15 % Rückgang des operativen Gewinns (EBIT)
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern sank auf rund 102 Milliarden Euro. - Mehr als jedes zweite Unternehmen mit rückläufigem Ergebnis
- Umsatzwachstum von lediglich 0,6 %
Bei rund 1,55 Billionen Euro Gesamtumsatz – real ein Minus, da die Inflation höher lag. - Rund 17.500 abgebauten Arbeitsplätze allein 2025
- Seit 2023 insgesamt ca. 100.000 Stellen gestrichen
Diese Zahlen markieren keinen konjunkturellen Ausrutscher, sondern eine anhaltende wirtschaftliche Belastung für die deutsche Unternehmenslandschaft.
Zwischen Rezession und Realität – warum steigende Umsätze täuschen
Auf den ersten Blick scheint der leichte Umsatzanstieg Hoffnung zu machen. Doch diese Hoffnung ist trügerisch. Denn:
- Steigende Preise treiben nominelle Umsätze
- Die Inflation frisst reale Erlöse auf
- Margen sinken deutlich
- Kosten für Energie, Personal, Finanzierung und Regulierung bleiben hoch
Das Ergebnis:
Viele Unternehmen arbeiten zwar „größer“, aber nicht „profitabler“. Genau hier beginnt die eigentliche Gefahr – denn Liquidität entsteht nicht aus Umsatz, sondern aus Gewinn.
Klassische Industrien unter massivem Druck
Automobilindustrie: Gewinneinbruch von durchschnittlich 46 %
Die deutsche Automobilbranche, jahrzehntelang Rückgrat der Industrie, steckt tief in der Krise. Zwar führen Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW weiterhin das Umsatzranking an – doch die Ertragslage erzählt eine andere Geschichte.
Ursachen sind unter anderem:
- Umstellung auf Elektromobilität bei gleichzeitigem Margendruck
- Hohe Investitionen in Transformation und Software
- Absatzprobleme in wichtigen Exportmärkten
- Wachsende Konkurrenz aus China
- Politische Unsicherheiten und Handelshemmnisse
Für viele Zulieferer wirkt sich diese Entwicklung zeitverzögert, aber umso heftiger aus – mit existenziellen Folgen.
Chemieindustrie: Operative Gewinne minus 71 %
Noch dramatischer ist die Lage in der Chemiebranche. Hohe Energiepreise, strengere Umweltauflagen, sinkende Nachfrage und Produktionsverlagerungen ins Ausland haben die Branche hart getroffen.
Viele Chemieunternehmen kämpfen aktuell mit:
- Dauerhaft unrentablen Produktionsstandorten
- Stilllegungen und Auslandsverlagerungen
- Restrukturierungs- und Sanierungsbedarf
- Erheblichen Rückstellungen und Abschreibungen
Aus insolvenzrechtlicher Sicht ist die Chemiebranche derzeit eine der sensibelsten Industrien überhaupt.
Technologie, Gesundheit, Rüstung – die Gewinner der Krise?
Während klassische Industrien schwächeln, zeigt sich in anderen Bereichen ein völlig anderes Bild.
IT- und Technologieunternehmen
- Nahezu Verdopplung der Gewinne
- Hohe Nachfrage nach Digitalisierung, Cloud, KI
- Geringere Abhängigkeit von Energiepreisen
- Skalierbare Geschäftsmodelle
Gesundheitswirtschaft
- Gewinnplus von rund 40 %
- Demografischer Wandel als Wachstumstreiber
- Stabile Nachfrage unabhängig von Konjunkturzyklen
- Hohe staatliche und private Investitionen
Finanz- und Rüstungsbranche
Auch diese Sektoren zeigen sich vergleichsweise robust. Laut EY-Experte Jan Brorhilker profitieren sie von geopolitischen Entwicklungen und strukturellen Veränderungen.
Die profitabelsten Konzerne 2025
An der Spitze der Ertragsstärksten steht:
- Deutsche Telekom
Operativer Gewinn: 19,4 Milliarden Euro
Es folgen:
- Siemens
- BMW
- SAP
Auffällig ist:
Unternehmen mit geringerer Abhängigkeit von klassischer Industrieproduktion kommen deutlich besser durch die Krise.
Arbeitsplatzabbau – leise, aber konsequent
Die schwache Ertragslage bleibt nicht ohne Folgen für Beschäftigte:
- 17.500 Stellenabbau allein 2025
- Rund 100.000 Jobs seit 2023
- Besonders betroffen:
- Verwaltung
- Overhead-Funktionen
- Standorte in Deutschland
Hinzu kommt ein weiterer Faktor, der häufig unterschätzt wird:
Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Viele Konzerne nutzen die Krise, um Prozesse zu automatisieren, Strukturen zu verschlanken und dauerhaft Kosten zu senken.
Besonders schwierig: der Arbeitsmarkt für Berufseinsteiger
- Weniger Traineeprogramme
- Einstellungsstopps
- Hohe Anforderungen bei geringeren Einstiegsmöglichkeiten
Ursachen der Krise – mehr als nur Konjunktur
Die EY-Analyse benennt mehrere Belastungsfaktoren, die sich gegenseitig verstärken:
- Schwache Binnenkonjunktur
- Geopolitische Konflikte
- Unsicherheit durch US-Handelspolitik
- Zunehmender Wettbewerbsdruck aus China
- Hohe Energie- und Finanzierungskosten
- Regulatorische Überlastung
- Strukturwandel ohne ausreichende Übergangsmodelle
Gerade exportorientierte Konzerne stehen massiv unter Druck.
„2025 war ein weiteres Krisenjahr für die deutsche Wirtschaft“, so das nüchterne Fazit von EY.
Was bedeutet das für Unternehmer und Geschäftsführer konkret?
Großkonzerne haben Reserven, Skaleneffekte und politische Reichweite. Mittelständische Unternehmen hingegen spüren die Auswirkungen oft unmittelbarer – und existenzieller.
Typische Frühwarnsignale aus unserer insolvenzrechtlichen Praxis:
- Sinkende Margen trotz stabiler Umsätze
- Liquiditätsengpässe trotz Auftragsbestand
- Verlängerung von Zahlungszielen
- Druck durch Banken und Kreditgeber
- Zunehmende persönliche Haftungsrisiken der Geschäftsführung
- Konflikte mit Insolvenzverwaltern, Gesellschaftern oder Staatsanwaltschaften
Insolvenzrecht ist heute Krisenprävention – nicht nur Abwicklung
Ein moderner Insolvenzrechtsanwalt begleitet Unternehmer nicht erst, wenn „alles zu spät“ ist, sondern bereits:
- bei drohender Zahlungsunfähigkeit
- bei Überschuldungsprüfungen
- bei Sanierungs- und Restrukturierungskonzepten
- bei Haftungsabwehr für Geschäftsführer
- bei Auseinandersetzungen mit Insolvenzverwaltern
- bei strafrechtlich relevanten Vorwürfen (z. B. Insolvenzverschleppung)
Gerade in einem Umfeld, in dem selbst Großkonzerne schwächeln, ist frühzeitige rechtliche Beratung ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
Die Zahlen sind eindeutig – die Reaktion entscheidet
Die EY-Studie ist kein theoretisches Gedankenspiel, sondern ein realistischer Spiegel der wirtschaftlichen Lage in Deutschland. Drei schwache Jahre in Folge, massive Gewinnrückgänge, Stellenabbau und struktureller Wandel markieren einen Wendepunkt.
Für Unternehmer bedeutet das:
- Abwarten ist keine Strategie
- Transparenz schafft Handlungsspielräume
- Rechtzeitige Beratung schützt vor Haftung
- Sanierung beginnt vor der Insolvenz
Als bundesweit tätige Insolvenzrechtsanwälte unterstützen wir Unternehmer genau an dieser Schnittstelle – zwischen wirtschaftlicher Krise, rechtlicher Verantwortung und der Chance auf einen Neuanfang.
Wer früh handelt, behält Kontrolle. Wer zu spät reagiert, verliert sie.
Stehen Sie vor wirtschaftlichen oder rechtlichen Risiken?
Sinkende Gewinne, Liquiditätsengpässe, Druck durch Banken, Insolvenzverwalter oder
der Vorwurf einer Pflichtverletzung als Geschäftsführer?
Je früher Sie handeln, desto größer ist Ihr Handlungsspielraum.
- ✔ Frühzeitige Prüfung von Insolvenz- und Haftungsrisiken
- ✔ Verteidigung bei Insolvenzverschleppung & strafrechtlichen Vorwürfen
- ✔ Unterstützung gegenüber Insolvenzverwaltern & Gläubigern
- ✔ Strategische Sanierungs- und Fortführungsberatung
Wir beraten bundesweit, diskret und lösungsorientiert –
mit klarem Fokus auf den Schutz von Unternehmern und Geschäftsführern.
Vertraulich • Bundesweit • Erfahrung aus zahlreichen Unternehmenskrisen

